Versprechen für die Neugestaltung des Bahnhofsgebäudes werden nicht gehalten
3 Comments
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Elmar Nolte
Danke für die kritische Darstellung der ich gut folgen kann. Meines Erachtens gehören die erhaltenen Teile des sofort unter Denkmalschutz gestellt. Immerhin handelt es sich bei dem 1848 im sog. Rundbogenstil entstandenen Gebäude um einen der ältesten Bahnhöfe Deutschlands. Es besteht auch dort - wie fast überall in Gotha - kein solcher Nutzungsdruck, der eine Erweiterung durch fragwürde Anbauten rechtfertigen würde. Um Organisiationen wie das Stadtarchiv unterzubringen sind, finden Stadt und die BauGG sicher andere Möglichkeiten. Der Bahnhof war, wie das bei Wikipedia veröffentlichte Foto von 1858 zeigt zeigt, als symmetrischer Solitär geplant und gebaut, und sollte den Charakter auch so bewahren. Daher sollte er in der gut belegten historischen Form wiederaufgebaut werden, ohne fragwürdige Zutaten! Hier der Artikel mit einigen Infos zur Historie: https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Gotha
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Patrick
Ich verstehe diese wirklich negative Darstellung des Bauvorhabens in diesem Artikels nicht. Allerdings ist er gleichzeitig Ausdruck für den Missmut und der Skepsis gegenüber „neuem“ in der Region. Zum Entwurf: Hier wird das zuvor marode und verfallene, sowie durch die unsachgemäße Nutzung der Bürger abgenutzte Bahnhofsgebäude in einen wirklich repräsentativen Bau verwandelt, der für eine Kleinstadt wie Gotha in echtes Aushängeschild werden wird. Dabei wird zum einem die ursprüngliche Kubatur historisierend wiederhergestellt und dieser Baukörper anschließend in einem stilistisch passenden Baukörper um ein neues Volumen ergänzt. Es entsteht ein konzeptionell passender Baukörper, bei dem das „Alte“ (auch wenn zum Teil erst in diesen augenscheinlichen Zustand wiederhergestellte) passend mit dem „Neuem“ ergänzt wird. Die bewusste Wahl eines Flachdachs stellt ebenfalls eine Aufwertung des Baukörpers dar. Zum einem da sehr lange Dachflächen als Geneigtes Dach (Satteldach/ Walmdach) sehr plump wirken, zum anderen, da dort die Technik und Photovoltaik gut kaschiert werden kann. Als Betrachter vom Bahnhofsvorplatz wird so ein viel schönerer und zugleich historischer wirkender Baukörper wahrgenommen werden. Und ja: Flachdächer sind keine Erfindung der „Neuzeit“ und auch nichts bedrohliches sondern finden bei einer Vielzahl historischer Gebäude Anwendung. Wohl kein Reisender wird immer wieder alte Postkartenmotive des Bahnhofs um die 1900er Jahrhundertwende mit dem sanierten Bahnhof vergleichen und sich zugleich darüber Beschwerden, dass der Ursprung nicht wiederhergestellt wurde, sondern sich über einen historisch wirkenden und trotzdem in die Zeit passenden Zustand erfreuen. Allgemein sollten die Menschen Gothas froh sein, dass ein solcher Invest in so einen kleinen Bahnhof getätigt wird, wohl auch um der Gothaer Bevölkerung einen alten großen Wunsch zu erfüllen. Als Architekt (der mit diesem Bahnhof ansonsten nichts weiter zu tun hat, außer sich darüber zu erfreuen, dass er überhaupt saniert wird), möchte ich die Lesenden des Artikels dazu ermutigen sich nicht von ewiggestrigem Gejammere entmutigen zu lassen sondern zunächst abzuwarten und sich dann ein eigenes Bild zu verschaffen. Da der Vergleich zum historischem Original im Artikel immer wieder fiel: Städte und Baukultur unterliegen seit Jahrhunderten einem Wandel, bei dem Häuser immer wieder ihr Bild in der jeweiligen Epoche veränderten. Neu ist nicht immer schlecht, es ist jedoch eine Frage des “wie“. Leider wurde da aber in der Ostdeutschen Provinz nach der Wende ein Bild erzeugt, bei dem das neue oft plump und nicht dauerhaft schön war, weil es oft an Qualität und Baukultur fehlte ( weil man sich auch oft einen Architekten oder Architekturwettbewerb sparte) Fazit: die Gothaer Bevölkerung darf sich freuen. Hier wird gut und passend saniert. Man wird einen sehr schönen und historischen Bahnhof haben und wahrnehmen. Alle Reisenden werden sich daran erfreuen. Und diejenigen, denen der Bahnhof nicht historisch genug ist: Man kann es nicht immer allen recht machen

Alexander M. Bachmann
Wie kann man den Bahnhof so verunstalten, dann lieber so lassen wie er ist. Das hat mit einer Rekonstrution des Bahnhofgebäutes nichts zu tun.